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Die Interviewsammlung der Freien Universität Berlin

Startseite des Interview-Archivs

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Interview in der Villa Baviera

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Interviews nach Ländern

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Interviews nach Gruppen

Interviews nach Gruppen

Das Interviewarchiv umfasst 64 Video-Interviews mit unterschiedlichen Zeitzeug/innen zur Geschichte der Colonia Dignidad. Dazu gehören:

  • Fünf chilenische Jungen, die in den 1990er Jahren durch Paul Schäfer sexuelle Gewalt erlitten,
  • Acht ehemalige politische Gefangene, die während der chilenischen Diktatur in der Colonia Dignidad Opfer von Inhaftierung, Folter und Gewalt wurden,
  • Sieben Angehörige Verschwundener, also von Personen, die während der chilenischen Diktatur verschleppt, gefangen gehalten und ermordet wurden, ohne dass der Verbleib ihrer sterblichen Überreste bekannt ist,
  • 32 ehemalige Colonas und Colonos, Bewohner/innen der ehemaligen Colonia Dignidad, die heute in Deutschland und Österreich, der Villa Baviera oder anderen Orten in Chile wohnen,
  • davon vier (Zwangs-)Adoptierte, chilenische Kinder, die unter Ausnutzung der Notsituation der Eltern von Angehörigen der Colonia Dignidad unter rechtlich fragwürdigen Umständen adoptiert wurden.

Weiterhin

  • Zwölf Expert/innen und Andere, die an der Aufarbeitung der Geschichte der Colonia Dignidad beteiligt waren und sind.

Mit diesen unterschiedlichen Interviews ist das Archiv ein vielstimmiger Erinnerungsraum.

Die Durchführung der Interviews

Die Interviews wurden als lebensgeschichtliche Interviews nach der Methode der Oral History geführt, teilweise auch als themenzentrierte narrative Experteninterviews. Fast alle Aufnahmen fanden in der Wohnung der Interviewten statt, oder, pandemiebedingt, im Freien. Am Ende der Interviews wurden meist gemeinsam persönliche Fotos und Dokumente gesichtet und abfotografiert.

36 Interviews wurden auf deutsch geführt, 28 auf spanisch.
43 Interviews wurden in Chile geführt, 15 in Deutschland, 4 in Österreich sowie je eines in Frankreich und Belgien.
Durchschnittlich dauerten die Interviews 3 Stunden 40 Minuten, insgesamt liegen über 230 Stunden Material vor.

Die Erschließung der Interviews

Anschließend wurden die Interviews nach einheitlichen Richtlinien transkribiert und segmentiert (Transkriptionsrichtlinien) sowie ins Spanische oder Deutsche übersetzt (Übersetzungsrichtlinien). Darauf folgte der Prozess der wissenschaftlichen Erschließung, bei dem unter anderem ein Inhaltsverzeichnis erarbeitet und glossarische Erläuterungen mit einzelnen Segmenten verknüpft wurden. Abschließend erfolgte die Bereitstellung der Interviews und Begleitmaterialien im Online-Archiv.